Belastungen im Welpen- und Junghundealter

Immer öfter höre ich von Besitzern von Welpen und Junghunden die Frage: "Wann kann ich mit dem Sport anfangen?" Im Einzelnen kommt auch dann noch die Frage nach dem eigentlichen Schutzdienst und wann hier der richtige Zeitpunkt für den Anfang mit dem jungen Hund sei. Ich werde hier nun ausschließlich den physiologischen Aspekt in diesem Bereich betrachten und nicht den psychologischen. Die "Reife" des jungen Hundes für den Schutzdienst soll hier nicht thematisiert werden.

Grundsätzlich ist es mit der Belastung beim Welpen und Junghund genauso wie bei allen anderen äußeren Einflüssen: die Dosis macht das Gift! Ein ZUVIEL ist selten gut, ein ZUWENIG in der Regel der bessere Weg, wenn sich der Besitzer unschlüssig ist. Betrachtet man sich beispielsweise den Aufbau der unbeweglichen Gelenke beim Welpen (Bsp. Kreuzbeinbereich) wird man schnell sehen, dass diese noch durch NICHTKNÖCHERNE also BANDARTIGE Strukturen miteinander verbunden sind. Ich habe dies einmal skizziert:

Die Verbindungen sind durch ihre bandartige Struktur noch dehnbar und umgangssprachlich wird dies als "noch weiche Knochen" betitelt. Eine einseitige und zu große Belastung kann also für einen Welpen und Junghund, der sich noch im Wachstum befindet, definitiv nicht gesund sein. Erst mit der Verknorpelung (Synchondrose) dieser Verbindungen setzt eine größere Stabilität in diesen Bereichen ein.

Empfehlenswert ist vielmehr eine vielseitige und dosierte Belastung in unterschiedlichen Bewegungsbereichen, auch ein dosiertes Training im Bereich des Schutzhundesports (keine sogenannten "Flieger", kein "Auflaufen" sondern vielmehr ein vorsichtiges und dosiertes Beutespiel) halte ich persönlich für nicht schädlich, wenn man IMMER und ZU JEDER ZEIT den jeweiligen Hund und seine Konstitution (Zahnwechsel, Größe, Zustand der Gelenke) im Auge behält und es nicht übertreibt, denn auch die Knochen brauchen für ihr Wachstum definierten Druck und Zug!