Das Aufwärmen oder auch Warm- up des Sporthundes

In jedem Sport ist das Aufwärmen des Hundes wichtig
In jedem Sport ist das Aufwärmen des Hundes wichtig

1. Einleitung und persönliche Beobachtungen

     Erfreulicherweise ist bei den meisten Hundesportlern ein grundsätzliches Umdenken zu erkennen. Viele moderne Sportler versuchen, die bereits seit Langem bekannten positiven Effekte des Aufwärmens auf den Sport mit ihrem Hund zu übertragen.

Um vielleicht auch denjenigen einen Einstieg zu vermitteln, die sich bislang noch nicht an ein regelmäßiges und richtiges Aufwärmprogramm für ihren Hund gewagt haben, gibt es hier für Euch ein paar Tipps für den Einstieg.

Und hier direkt zu Anfang nochmal ein Rat, der von Herzen kommt: sucht Euch einen Hundephysiotherapeuten oder eine Hundephysiotherapeutin, der/ die Euren Hund regelmäßig durchcheckt und Euch bei allem, was die Gesundheit Eures vierbeinigen Sportlers angeht unterstützen kann!!


Diagramm RGT- Regel
Diagramm RGT- Regel

  Die Muskulatur- warum und für wen ist das Aufwärmen wichtig und sinnvoll?

Warum ist es sinnvoll, den Hund vor dem Training oder Wettkampf aufzuwärmen? Um dies auch wissenschaftlich belegen zu können, muss ich ein klein wenig ausholen…

Erwärmt man die Körperkerntemperatur um 1° Celsius, beschleunigt sich der Stoffwechsel um 13%!

Diese Beschleunigung des Stoffwechsels geht einher mit einer besseren Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Muskulatur und der besseren Erregbarkeit des zentralen Nervensystems.

Das heisst, das Aufwärmen macht meinen Hund für die anstehende sportliche Aktivität:

 

                            reaktionsschneller

                    -          verletzungsunempfindlicher

                    -          leistungsfähiger

 

Damit erklärt sich auch, für welchen Hund ein Aufwärmprogramm sinnvoll ist- natürlich für jeden sportlich geführten Hund, egal, ob es ein ambitioniertes Team mit 3 oder mehr wöchentlichen Trainingseinheiten oder ein Freizeitsport- Team mit einer Einheit pro Woche ist. 

Jeder Sporthund hat ein individuelles und angepasstes Aufwärmprogramm verdient.


    Dreiteilung Warm up

Grundsätzlich kann man ein gutes Aufwärmprogramm in drei Bereiche aufteilen:

1. Das Allgemeines Aufwärmen- hier geht es darum, die großen Muskelgruppen und den Körper auf „Betriebstemperatur“ zu bringen, also die Körperkerntemperatur zu erhöhen und den Stoffwechsel in Fahrt zu bringen.

2. Das Spezielle Aufwärmen- in diesem Teil geht es um das Heranführen an die spezielle Belastung der anstehenden Sporteinheit mit einer langsamen Steigerung der Intensität 

3. Das Mentale Aufwärmen- durch einen festen Ablauf von Übungen/ Programmen, wird der Hund auf die anstehende Aktivität mental eingestellt.


Chili beim aktiven Dehnen mit Handtarget
Chili beim aktiven Dehnen mit Handtarget

     Beispiele

Das bekannteste Beispiel für das allgemeine Aufwärmen ist leichtes Traben mit dem Hund. Hier kommt es sehr auf den jeweiligen Hund an und wie man diesen am besten in einem mittelschnellen Tempo „in Schwung“ hält. Schnelles Hin- und Herrennen bringt für diesen wichtigen Teil des Aufwärmens eher wenig.

Das spezielle Aufwärmen kann beispielsweise aus aktiven Dehnübungen derjenigen Muskelpartien bestehen, welche in der geplanten Aktivität recht viel belastet werden. 

Falls Ihr für unterschiedliche Sportarten, bzw. Sparten auch unterschiedliche Aufwärmprogramme für Euren Hund entwerft (was sicher sinnvoll ist), befinden wir uns im Bereich des mentalen Aufwärmens. So „weiß“ der Hund bereits während der Vorbereitungsphase, was gleich von ihm gefordert sein wird.

Diese mentalen Vorbereitungsprogramme nutzen einige Spitzensportler bereits seit vielen Jahren, um den Hund in einer Prüfung auf fremdem Platz und unter schweren Bedingungen konstant gut vorführen zu können.


Chili beim Slalom durch die Beine mit Futter
Chili beim Slalom durch die Beine mit Futter

  Was ist ein „gutes“ Aufwärmprogramm? 

 Ein gutes Aufwärmprogramm zeichnet sich immer dadurch aus, dass es speziell auf Euer Mensch- Hund- Team zugeschnitten ist. Es muss also angepasst an Euren Sport, an den Trainingszustand Eures Hundes und an die jeweiligen äußeren Bedingungen (Temperaturen, Örtlichkeiten und vieles mehr) sein.

Es wäre absolut kontraproduktiv, Euren Hund durch ein zu ausgedehntes Aufwärmprogramm bereits vor der Trainingseinheit oder der Prüfung zu überlasten. Ebenso gefährlich wäre es, Übungen mit Eurem Hund beim Aufwärmen durchzuführen, die Euer Hund und ihr selbst noch nicht richtig ausführen könnt. Damit kann dem Hund im schlechtesten Fall auch langfristig Schaden zugefügt werden.

Daher schaltet am besten den oder die Hundephysio Eures Vertrauens ein- er oder sie kennt Euch und vor allem Euren Hund in- und auswendig, weiss um die Stärken und Schwächen im Bewegungsapparat Eurer Sportler und kann Eurem Hund sein Aufwärmprogramm "auf den Leib schneidern".

Zusätzlich kann dieses dann jederzeit modifiziert werden, wenn sich etwas im Zustand Eures Hundes oder in der Ausübung Eures Sports ändert. Hundephysiotherapie ist absolute Vertrauenssache und kann Euch und Euren Hund im Sport einen großen Schritt nach vorne bringen!

Viel Erfolg von mir für Euch mit Euren vierbeinigen Sportskanonen...